Faktencheck: Die häufigsten Fragen zu Sonnencreme
- Christine Weber
- 31. Juli 2024
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 27. Aug. 2024
Gerade in dieser Jahreszeit haben viele meiner Kundinnen und Kunden Fragen rund um das Thema Sonnenschutz und UV-Strahlung. Dabei herrschen oft Unsicherheiten und Missverständnisse.
Fakt ist: Sonnenschutz ist der beste Schutz vor Hautalterung
Sonnenbrand, Pigmentflecken, Falten – Sonnenschutz wirkt dagegen. Etwa 80% der Hautalterung sind auf Sonneneinstrahlung zurückzuführen. Doch noch wichtiger ist, dass Sonnenschutz auch vor Hautkrebs schützt.

Hier einige häufigen Fragen über Sonnencreme:
Frage 1: Reicht eine Tagespflege mit Lichtschutzfaktor aus?
Viele Tagescremes enthalten einen integrierten Sonnenschutz. Bedeutet das, dass du auf Sonnencreme verzichten kann? Die Antwort ist eindeutig: Nein. Vor allem dann nicht, wenn du dich bewusst in die Sonne begibt, wie etwa beim Sport im Freien. Tagescremes haben oft nur einen niedrigen Lichtschutzfaktor (LSF) und es wäre notwendig, große Mengen davon aufzutragen, damit du den angegebenen Schutz erreichst (mehr dazu unter Missverständnis 2). Daher empfehle ich, zusätzlich zur Tagespflege täglich einen separaten Sonnenschutz aufzutragen, vor allem, wenn man sich länger im Freien aufhält.
Frage 2: Reicht dünnes Auftragen und später nachcremen?
Hier gilt tatsächlich: Viel hilft viel. Um den vollen Lichtschutz zu erzielen, benötigt man etwa zwei Milligramm Sonnenschutz pro Quadratzentimeter Haut – das entspricht ungefähr einem halben Teelöffel allein für das Gesicht! Wird weniger verwendet, reduziert sich der UV-Schutz erheblich. Viele Sonnenschutzprodukte sind in dieser Menge nicht sehr angenehm aufzutragen, so dass oft zu wenig verwendet wird. Achte also beim Kauf einer Sonnencreme auf eine schöne Textur, die angenehm aufzutragen ist.
Frage 3: Was bedeutet eigentlich die LSF-Angabe?
Ein Lichtschutzfaktor (LSF) von 20 blockiert bereits bis zu 95% der UVB-Strahlung, während LSF 50 etwa 98% der UVB-Strahlung abschirmt – der Unterschied in der Abschirmung ist also gering. Wichtiger ist jedoch, dass der LSF auch angibt, wie lange man in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren.
So kannst Du berechnen, wie lange Dich der Lichtschutzfaktor schützt :
Eigenschutzzeit x Lichtschutzfaktor = Zeit in der Sonne ohne Sonnenbrand
(Die Eigenschutzzeit variiert je nach Hauttyp; bei hellen Hauttypen nur ca. 10 Minuten).
Rechenbeispiel:
Hat deine Haut eine Eigenschutzzeit von 10 Minuten, kannst du mit LSF 15 etwa 150 Minuten (2,5 h) in der Sonne bleiben.
Mit LSF 50 wären es 250 Minuten (ca. 4 h).
Berücksichtige bitte, dass sich am Meer oder in den Bergen Deine Eigenschutzzeit drastisch verkürzt– aus 10 Minuten können schnell nur 4-5 Minuten werden.
Wichtig: Häufigeres Auftragen von LSF 20 verwandelt diesen nicht in LSF 50!
Frage 4: Brauche ich Sonnenschutz, auch wenn keine Sonne scheint?
Viele Menschen glauben, dass Sonnenschutz nur an sonnigen Tagen notwendig ist. Doch das ist ein gefährlicher Irrtum. UV-Strahlung ist auch bei bewölktem Himmel vorhanden, und zwar in einer Intensität von bis zu 80% der Strahlung, die bei klarem Himmel ankommt. Das bedeutet, dass du auch an wolkigen Tagen die Haut vor UV-Strahlung schützen solltest.
Mein Tipp: Trage Sonnenschutz täglich auf, unabhängig vom Wetter. So schützt du deine Haut langfristig vor sichtbaren Lichtschäden und beugst Hautalterung sowie Hautkrebs vor.
Sonne tut der Seele gut (und auch unserem Köper)
Bei aller Vorsicht nicht vergessen: Die Sonne tut uns gut. Sie sorgt für die Ausschüttung von Glückshormonen und hebt unsere Stimmung. Sie regt die Durchblutung an und sorgt dafür, dass über die Haut Vitamin D gebildet wird – ein wichtiger Schutzfaktor für unsere Knochenstabilität und unser allgemeines Wohlbefinden. Wie bei vielen Dingen gilt: Es kommt immer auf die Dosis an.





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